Warum gibt es die Aktion »Helft Schramma«?

Es geht um das Zeichen der Koelnmesse.
Im Kölner Stadt-Anzeiger war dieser Artikel zu lesen.
Als Reaktion gab es zahlreiche Leserbriefe am 10./11. Februar.
Am 14. Februar 2007 wurden im KStA weitere Leserbriefe veröffentlicht.
Diese Site wurde dann auf den Leserbriefseiten am 17/18. Februar vorgestellt,
zusammen mit einem Brief von Prof. Jenz Großhans.



Was soll das Ganze?

Warum präsentieren Angehörige einer Hochschule für Design hier so genannte »Logos«, statt durch vernünftige Appelle zu versuchen, Einfluß auf die Gestaltung des Erscheinungsbildes der Koelnmesse zu nehmen?

Diese Diskussion wurde (und wird) auch an der KISD intensiv geführt. Die Entscheidung für diese Site entspringt der Meinung, dass man auf einen derartigen Vorstoß des führenden Repräsentanten der Stadt Köln nur mit Satire antworten kann. Damit soll gezeigt werden, dass die Gestaltung einer tragfähigen Schrift- oder Bildmarke und eines damit verbundenen Erscheinungsbildes vielleicht doch nicht ganz so trivial ist, als dass man dies durch ein einfaches oder sogar öffentliches Herumbasteln erreichen kann.
     Selbstverständlich verschließen wir uns nicht einer - ernsthaften - Diskussion über die Gestaltung von Zeichen für ein Unternehmen wie die Koelnmesse, allerdings sollte die Entscheidung für einen solchen Schritt nicht aus populistischen Gründen heraus erfolgen.

Als das neue Erscheinungsbild der Koelnmesse vorgestellt wurde, schlugen die Wogen der Erregung hoch, weil der Dom aus dem Zeichen verschwand. Das - damals - neue Zeichen wurde viel geschmäht, und auch nach Meinung vieler Designer war (und ist) es nicht sehr gelungen, es ist beliebig, wenig innovativ und zeigte tatsächlich keine Verbindung zum Unternehmen.
     Jetzt ist die Situation aber anders: das Zeichen wird seit fast fünf Jahren eingesetzt, es prangt unübersehbar an zahlreichen Stellen, man hat sich tatsächlich daran gewöhnt. Das dazu gehörende Erscheinungsbild hat vielleicht Schwächen, aber es ist zumindest in Ordnung. Die Diskussion über den Dom ist vor fünf Jahren geführt worden, und es gab damals sicher Gründe, einen radikalen Neuanfang zu wagen.
     Nun aber zu versuchen, in dieses ausgearbeitete Zeichen, welches in ein komplexes System eingebettet ist, plötzlich noch ein Bildchen hinein zu basteln, zeugt von völligem Unverständnis darüber, wie derartige Kommunikationssysteme funktionieren. Derartige Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu beurteilen mag in einem überschaubaren Umfeld funktionieren, nicht aber bei einem international agierenden Unternehmen.

Wenn die Koelnmesse ein neues Erscheinungsbild bzw. eine neues Signet benötigen sollte, so kann man darüber diskutieren, es gibt sicher Gründe, die dafür sprechen - ob es tatsächlich notwendig ist, sei einmal dahin gestellt. Dann sollte dies aber auch richtig gemacht werden, und nicht im Rahmen einer über die Zeitung verbreiteten »Rettungsaktion kölscher Lebensart«.


Prof. Jenz Großhans




Kontakt   Hauptseite